Ein Selbstgespräch

Und was machst du so? Diese Frage ist der Anfang so manch einer Unterhaltung – und oft auch ihr Ende. Nichts langweilt mich mehr, als mir selber zuzuhören, wie ich ein ums andere Mal diese wohlpräparierte Antwort vortrage. Ich will was Neues erzählen! Fragt mich mal was anderes!

Zum Beispiel:

Wann bist du zufrieden?

Beim Staubsaugen, wenn Staubhäufchen und Krümel mit einem wohltuenden «Fwop» im Saugrohr verschwinden.

Abgesehen davon immer dann, wenn ich ein Problem lösen kann. Das beziehe ich auch aufs Schreiben, Lektorieren oder Übersetzen. Ich liebe es mit Worten zu spielen und bin immer sehr zufrieden, wenn es mir gelingt, die passendsten Ausdrücke zu finden, um Gefühle und Gedanken wiederzugeben oder komplexe Zusammenhänge einfach zu beschreiben.

Was macht dich glücklich?

Etwas Neues zu lernen. Mit engagierten Menschen zu diskutieren und Ideen zu spinnen. Von Vogelgezwitscher begleitet durch den Wald zu joggen. Ein selbstgebackenes Brot.

Was macht dich traurig?

Zu sehen, dass wir unseren Planeten zugrunde richten und unser eigenes Grab wider besseren Wissens unbeirrt weiterschaufeln.

Was macht dich wütend?

Ignoranz und Kurzsichtigkeit. Und die Geldbesessenheit, die diese Welt antreibt.

Was würdest du gerne ändern?

Ich wünschte mir, die Menschen wären kritischer, würden bewusster leben und massvoller konsumieren. Brauche ich jedes Jahr das neuste Smartphone? Warum ist dieses Fleisch so billig? Muss ich im Dezember Erdbeeren kaufen können?

Was willst du mit deinem Tun erreichen?

Die Welt begreifen und begreifbar machen – das ist mein Ziel. Ich will Fragen aufwerfen, will Menschen zum Nach- und Umdenken bringen.

Welche Erfahrung würdest du nicht missen wollen?

Bei einer Lokalzeitung gearbeitet zu haben. Das war für mich die beste Journalistenschule, weil ich das Zeitungshandwerk in der Praxis lernen konnte. Ich habe geschrieben, redigiert, fotografiert, gelayoutet – einfach alles, von der Recherche über den ersten Buchstaben bis zum fertigen Blatt. Diese Vielseitigkeit ist genau mein Ding.

Was ich auch keinesfalls missen wollte: Zweisprachig aufgewachsen zu sein. Und ein Jahr in Berlin gelebt zu haben.

Was würdest du zu deinem 16-jährigen Ich sagen?

Wünsch dich nicht immer in die Zukunft. Das Leben ist eine Reise ohne Rückfahrschein. Was schnell geht, vergeht schnell.

Und iss nicht so viel Schokolade.

Was würdest du zu deinem 80-jährigen Ich sagen?

Das hast du jetzt vom vielen Stirnrunzeln.

Isabel Plana, schweizerisch-spanischer Hybrid, geboren 1985 in Zürich.

Nach der Matur ab 2004 Korrespondentin für den Zürcher Unterländer.

Studium der Geografie (Master of Science) an der Universität Zürich von 2005 bis 2010.

Redakteurin beim Glattaler von 2007 bis 2011.

Kommunikationsmitarbeiterin bei MeteoSchweiz von 2011 bis 2013.

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